Waschbär-Etikette

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Futter-Knigge

So lange ausreichend Futter und genügend Schüsseln für alle da sind, teilen wir gerne mit unseresgleichen. Wenn nicht, dürfen wir knurren, fauchen, zwicken und Ringkampf machen. Damit wird entschieden, wem die Schüssel gehört. Richtiggehende Verletzungen sind jedoch Tabu.

Hintern-Boxen

Da Angriffe hinterrücks nicht erlaubt sind, kann mit dieser Methode ein anderer Waschbär auf friedliche Art und Weise gezwungen werden, seine Schüssel abzutreten. Dabei nähert man sich dem Widersacher mit dem Hinterteil. Dieser greift dann nicht an, sondern dreht einem in der Regel auch den Hintern zu. Und dann wird gepufft und geknufft, bis einer aufgibt und der andere siegreich die Schüssel in Besitz nimmt.

Manchmal sind wir aber auch noch friedlicher und teilen eine Schüssel. Dann stehen wir in entgegen gesetzter Richtung und gegeneinander versetzt an der Schüssel und müssen nach hinten langen, um an das Futter zu kommen. So lange wir uns nicht ins Gesicht sehen, herrscht Frieden.

Familienbande

Es gilt als kultiviert, Geschwister (und Mutti) mindestens ein Jahr lang in guter Erinnerung zu behalten, nachdem Mama einen aus dem Bau geworfen hat. Einmal kurz geschnuppert - und schon weiß man, dass man es mit einem Verwandten zu tun hat. Und wenn wir wirklich unsere Kultur zeigen wollen, teilen wir auch eine Schüssel mit Bruder oder Schwester. Und mit Lieblingsgeschwistern teilen wir sogar den Bau und machen gemeinsame Ausflüge.

Mütter und Jungtiere genießen Respekt

Mamas und ihre Kleinen haben an der Futterstelle Priorität. Auch der größte Waschbär hat sich wie ein Weichei zu verhalten, wenn ihm ein Junges eine Schüssel streitig macht. Waschbärmütter genießen ähnlichen Respekt. Und jeder Versuch, sich an den Babys zu vergreifen, wäre von Vornherein aussichtslos -- Mama kennt keine Angst. Probleme sind jedoch recht selten, denn wir sind ja kultiviert. Die Kleinen zeigen anderen Waschbären gegenüber große Neugier, sowohl bei Erwachsen als auch bei Jungtieren. So lange der Fremde auf lieb Kind macht, lässt Mama ihn in Ruhe.

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